Blogbeitrag

02 | 03 | 2011

Guttenberg tritt nun doch zurück!

GuttenbergEs war eine Karriere im Zeitraffer: In wenigen Jahren stieg Karl-Theodor zu Guttenberg vom einfachen Bundestagsabgeordneten zum Politstar der Republik auf. Jetzt ist er über die Plagiatsaffäre gestürzt. 

Er legte am Dienstag alle politischen Ämter nieder. "Es ist das der schmerzlichste Schritt meines Lebens", sagte er in Berlin. Er habe Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darüber informiert, betonte der sichtlich bewegte CSU-Politiker, der sich damit faktisch aus der Politik verabschiedet. Der Adlige, der als das CSU-Nachwuchstalent galt, will sich nach eigenen Worten schnell staatsanwaltlichen Ermittlungen zu den Plagiatsvorwürfen stellen. Die Führungen der Union bedauerten den Schritt und zollten Guttenberg Respekt.

"Wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um meine Person gehen soll, kann ich dies nicht mehr verantworten", sagte er. "Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht." Der zurücktretende Minister machte deutlich, dass er sich mit seinem Rücktritt schwer getan habe. Dies sei "unbefriedigend, aber allzu menschlich". Man gebe nicht leicht ein Amt auf, "an dem das Herzblut hängt".

Guttenberg kritisierte eine "enorme Wucht der medialen Betrachtung" seiner Person. Der Tod und die Verwundung von Soldaten rückten in den Hintergrund. Dies sei eine "dramatische Verschiebung".

Merkel, die sich zur zeit des Guttenberg-Statements auf der Cebit in Hannover aufhielt, hatte am Vormittag ihren Rundgang auf der Computer-Messe überraschend unterbrochen und längere Zeit telefoniert. Dem Vernehmen nach stimmte sich die Kanzlerin auch mit FDP-Chef Guido Westerwelle und CSU-Chef Horst Seehofer ab. Erst am Montag hatte sich Merkel erneut demonstrativ hinter Guttenberg gestellt.

Guttenbergs Doktorvater, der Bayreuther Jura-Professor Peter Häberle, ging auf Distanz zu dem Minister. "Die in der Promotionsschrift von Herrn zu Guttenberg entdeckten, mir unvorstellbaren Mängel sind schwerwiegend und nicht akzeptabel". Die Aberkennung des Doktortitels sei die notwendige Folge gewesen. Zuvor hatte Häberle noch gesagt, die Arbeit sei kein Plagiat. Das nannte er nun eine vorschnelle Reaktion.

ftd.de

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Kommentare: 1

  1. 1

    Ahrend Kiefer 27.03.2011 um 21:04 Uhr

    Es ist immer wieder beeindruckend, wie unmittelbar so ein Hype verglüht. Durch Libyen und Japan ist zu Guttenberg von einem Tag auf den anderen entschwunden. Man hat noch den Großen Zapfenstreich mit Smoke on the water in Erinnerung, seit dieser Zeit hört und sieht man nichts, weder von Guttenberg selber noch von seinen angeblich vielen Fans.